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Gehen oder bleiben?
Wenn ich gehe,
stirbt meine Hoffnung.
Wenn ich bleibe
und warte
stirbt irgendwann
vielleicht
mein Herz.
Adieu
09/2002
Lieber Freund
Lieber Freund,
es trennten sich
nun endlich unsre Wege.
So blicke ich
auf viele Monate
mit dir zurĂĽck.
Nicht immer
standen wir
gemeinsam
auf der Sonnenseite.
Nicht immer
war das GlĂĽck
uns sanft gewogen.
Doch oft,
sehr oft,
gabst du mir Halt,
gabst du mir Kraft,
wenn ich zu fallen drohte.
Doch oft,
sehr oft,
durft’ ich
auch mit dir lachen.
Haben uns
gegenseitig
ein groĂźes StĂĽck
von unsrer Seele,
unsrem Herz geschenkt.
Das dĂĽrfen nur
ganz wenig Menschen
so erleben.
Doch durfte es
nicht sein,
dass wir erneut
ganz nah
uns so berĂĽhrten.
Ich wär
nur immer Wartende.
Stets wartend
auf ein Fleckchen Platz
in diesem deinem Leben.
Stets wartend
auf ein Eckchen Herz,
das so
fĂĽr mich nicht frei.
Bin jedoch
keine Wartende,
bin ewiglich
von Sturm gedrängt.
Bin wie ein Blatt,
sich drehend
stets im Winde.
Mal auf,
mal ab,
mal ganz hoch oben,
mal dem Boden nahe.
Wirst weiterwohnen
tief in mir,
ich werd dich
nicht vergessen,
nur vermissen.
Zum Abschied
schenk ich dir
ein silbrig
Tränenperlchen.
Trag es mit dir
in deinem Herzen drin.
Mög es dich
ewiglich beschĂĽtzen!
Es trennten sich
nun endlich unsre Wege,
lieber Freund.
09/2002
Statt Sternen nur HĂĽgel...
Ich wollt so gerne
engelsgleich
entfĂĽhren dich
ins Liebesreich.
Leg meine Hand
sanft ĂĽber deine
bat dass der Mond
uns lange scheine.
Er schien hinab,
lieĂź uns so baden
in seinem Schimmer
sanft silbrig geladen.
Wir flogen unendlich
mein Herz durfte lachen
du konntest GefĂĽhle
erneut entfachen.
Ich spürte die Nähe,
sah Sternschnuppen glimmen.
Bei Tagesbeginn
begann zu verschwimmen
was ich mit dir fĂĽhlte.
Die Sonne sich zeigte,
heiĂź brennend und eisern,
Zauber dem Ende sich neigte.
Du hast deine Hand
sogleich mir entzogen.
Schicksal war auch diesmal
nicht gut uns gewogen.
Ich segelte tiefer
ganz stumm ohne Tränen
der Schmerz begann
wieder Herzglut zu lähmen.
Die Finger bewegten
sich krampfhaft in Leere
ich fĂĽhlte bereits
des Erdenreichs Schwere.
Ich landete unsanft
mitten im Leben
du wolltest Liebe
Feen nur geben.
Ich flattere hastig,
Mondstaub verlässt Flügel,
ich wandere weiter,
statt Sternen auf HĂĽgel.
08/2002
Wiedersehen
Sie ist gestorben,
die Vernunft,
grad eben...
unausweichlich.
GefĂĽhle fĂĽhlen
jetzt und gleich
vor allem Sehnsucht
reichlich.
Kann kaum
erwarten
unsre Stunde
ob heute oder morgen.
Die Tränen
scheinen
weggewischt
und damit alle Sorgen.
Ich will
nur eins:
dich wieder sehn
und deine Nähe spüren.
Bin aufgeregt
wie teeniegleich
lass mich
von dir entfĂĽhren...
08/2002
Deine Zeilen von damals
Ich las diese Zeilen von damals,
die deine GefĂĽhle schrieben.
Damals wollte ich sie nicht.
Wollte sie nicht lesen,
wollte nicht einmal,
dass du sie mir schickst.
Es ist viel passiert.
Heute lese ich sie wieder,
diese Zeilen,
ich kann spĂĽren
wie du dich fĂĽhltest.
Kann deine Sehnsucht schmecken,
die als kleine Tränenperlen
meine Lippen benetzt.
Es ist viel passiert.
Du schriebst,
dass du dir Schnee und Sonne wĂĽnschst.
Und heute wĂĽrde ich mit dir gehen,
durch den Schnee
und den Sonnenschein.
Doch leider bist du heute nicht mehr da.
Es ist zu viel passiert.
07/2002
Drei Engel passen in keinen Himmel
Wie gern ich mich erinnre,
wir schwebten engelsgleich
an meinem kleinen Himmel
baute mein eigen Reich.
Hatt’ ich dich auch verlassen,
reichst du mir deine Hand,
gemeinsam wir erlebten,
mein GlĂĽck ich darin fand.
Gefühle fühlt’ ich wieder,
wollt dir ganz nah sein immer,
an meinem blauen Himmel
funkelten Liebesschimmer.
Doch plötzlich sollt ich teilen,
sie nahm die andere Hand.
Du hast es zugelassen,
es raubt mir den Verstand.
Ich schenk dir meinen Himmel,
mög er dir bringen Glück,
ich kann mit euch nicht leben,
kehre zur Erd’ zurück.
Ich hoff du wirst nicht fragen
warum ich plötzlich ging,
bin nur ein kleiner Engel,
der sich im Liebesnetz verfing.
07/2002
Haiku (Wolken)
hängen schwer im blau
tupfen weiĂź ins himmelszelt
die wolkenschäfchen
06/2002
**sternenzauber**
gestern nacht
hat mich
eine kleine elfe
besucht.
*
einen einzigen wunsch
durfte ich
mir wĂĽnschen
*
ich hab mir gewĂĽnscht,
dass sie mir
den schönsten stern
vom himmel holt.
*
hab mir diesen einzigen
kleinen hellen stern
gewĂĽnscht
*
und heute nacht
werd ich ihn
auf die flĂĽgel
des windes betten
*
sie werden ihn tragen
meinen stern
*
er wird
durch die lĂĽfte gleiten
und wenn er dich gefunden hat
wird er
in deinem herzen landen
*
denn ich hab ihn
fĂĽr dich gewĂĽnscht
damit er
dich auf ewig
beschĂĽtzen soll
04/2002
Liebe ist ...
ein verlorener Traum
ausgebrannte GefĂĽhle
und unter einem Tränenschleier
dir immer noch
ein StĂĽck Himmel schenken wollen
04/2002
sternengeflĂĽster
manchmal blickst du nachts
hinauf ins blau
und die schwarze weite
macht dir angst
manchmal blickst du nachts
hinauf ins blau
und alle sterne blinken
freundlich zu dir nieder
sie scheinen zu flĂĽstern
dort oben am himmel
doch ihr geflĂĽster
bleibt dir verborgen
und manchmal blickst du nachts
hinauf ins blau
und ein stern dort oben
leuchtet heller
dann weiĂźt du
er leuchtet fĂĽr dich
und wenn es ganz leise ist
kannst du ihn flüstern hören
er flĂĽstert engelsgleich dir zu:
„du hast mich gefunden
ich bin jetzt dein stern
werde leuchten fĂĽr dich hier
wenngleich ich dir fern
wenn du einmal traurig
schau nachts hoch ins blau
ich schenke dir Farben
siehst alles du grau
er zwinkert dir hoffnung
mein glänzender schein
hinunter zur erde
bist nie mehr allein“
03/2002
Lehrersatire
schlappes lachen
brĂĽllend krachen
Argumente
auf den Tisch
bisschen wissen
an sich g’rissen
trotzdem der
beamtenstich
halbtagsschaffer
ferjenraffer
zu viel kohle
greift er ab
die paar kleinen
nur vereinen
und er macht
mittags schon schlapp
Rotgekritzel
zwischen Schnitzel
weg damit
zu viel macht krank
stĂĽndchen ruhe
dann im Nue
ausruhwoll
weil nerven blank
andre sich plagen
niemals klagen
auĂźer jetzt mal
weil gerecht
pisaforschung
fand Gehorchung
macht klein Ding
und machts noch schlecht
groĂźe worte
von der sorte
hört er nicht
zum ersten mal
nimmts nicht ĂĽbel
grĂĽbel grĂĽbel
spricht:
„ihr hattet auch die wahl“
02/2002
Wenn Frau A sagt zu Frau B
die Frauenleiter
Wenn Frau A sagt zu Frau B,
ich ein Unheil kommen seh.
Denn Frau B die trifft Frau C,
es passiert oh weh oh weh!
Frau C dann Frau D berichtet,
die Nuancen falsch gewichtet.
Dinge werden umgeschichtet,
Himmel, was wird angerichtet?
Frau D kann’s bei sich nicht halten,
muss Frau E dazu nun schalten.
Das Geheimnis zu verwalten,
ist Frau E recht ungehalten.
****
Bei Frau Z dann angekommen,
die Geschicht’ hat zugenommen.
Statt dem Hans hat nun der Klaus...
der Bericht ist längst nicht aus.
Denn Frau Z erzählt Frau A
wie das mit dem Klaus doch war
und Frau A das ist doch klar
ihre Story nicht mehr sah.
Munter tratscht sie dies nun weiter,
macht die andern wieder heiter.
Die Moral der Frauenleiter:
schweigen ist manchmal gescheiter
02/2002
Zauberkraft des Wassers
Ruhe beherrscht den Augenblick
nur durch tierische Schreie bereichert
Abendrot beginnt
sich auf der Wasseroberfläche auszubreiten
sanft und rot
und wunderschön
gestreift nur von Entenkörpern
unwissend durchs Wasser gleitend
schenke dem Wasser
aus Verbundenheit
für diesen schönen Augenblick
meine Seele
Es macht sie rein
und gibt mir neue Kraft
... Kraft ...
meinen Weg zu bestehen
wenngleich sich
so manch steiniger Pfad
in ihm verbirgt
... Kraft ...
die Hoffnung nicht zu verlieren
wenngleich so vieles
hoffnungslos erscheint
... Kraft ...
weiterhin zu glauben
an die Liebe an das Leben
wenngleich es nicht einfach ist
Ich sauge diese Kraft
ganz tief in mich
fĂĽhle mich gereinigt
und frei
um dem Leben
wieder entgegenzulächeln
02/2002
Spiegel
sie lächelt dich an
siehst sie
umrahmt von silbernem chrom
weiĂźt
sie heiĂźt Du
lächelnd
blickt sie dich an
jede bewegung
von dir verfolgt
rechts – links
fratzen – tränen
zeigt sie dir
schauspielerin
ganz und gar
unter der haut
verborgen jedoch
tausend geheimnisse der seele
schade
dass man seelen
nicht spiegeln kann
11/2001
Wolkenraten
… ein krebs…
… ein baum…
... ein meeresgott...
es ist hell geworden
liege neben dir
dein schnarchen
raubt mir den schlaf
lässt mich wolken raten
die geschwind
wie ein karusell
am fenster vorbeiziehen
kann nicht mehr schlafen
wecke dich nicht auf
sondern rĂĽcke mich an dich
fühle deine nähe
spüre deine wärme
genieĂźe sie
verdränge damit
verletzende worte
spuren der demĂĽtigung
von heute nacht
ich werde mich bessern
schwöre ich mir
werde so einiges ändern
an dem was du nicht magst
- fĂĽr dich
das war alles gestern
ist lange her
wieder wird es hell
du hast mich verlassen
muss keine wolken raten
liege dennoch wach
ich werde so bleiben
schwöre ich mir
werde nichts ändern
weil ich es so mag
- fĂĽr mich
sehe hinauf zum Himmel
... ein fisch...
... eine hand ...
... ein schloss ...
10/2001
Du bist fĂĽr mich da
Du fängst mich auf,
wenn ich mal wieder
dabei bin abzustĂĽrzen.
Du hörst mir zu,
verstehst mich nicht immer,
aber machst mir wieder Mut.
Du gibst mir neue Kraft,
wenn ich mich ausgelaugt fĂĽhle,
kannst meine Tränen
in Lachen verzaubern.
Du kommst,
wenn ich ein stilles
„Ich brauche dich!“
in den Himmel schreie.
Du kennst viele
meiner kleinen Geheimnisse.
Bist der Mensch,
mit dem ich am besten
lachen, spinnen, leiden kann.
DafĂĽr wollte ich dir schon lange
einmal danke sagen.
10/2001
Ein Stück Lächeln
Hier hast du ein Stück Lächeln,
es ist klein und unsichtbar.
Steck es schnell ein
in deine Tasche,
damit es nicht verloren geht.
Und wenn du mal traurig bist,
hol es hervor.
Du wirst es nicht sehen können,
aber es wird Wärme ausstrahlen
und dich wieder
ein bisschen fröhlich machen.
10/2001
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